so ist es 6

Wir bleiben einander erhalten. Ohne die Fähigkeit zu atmen.

– Helvo Hinten

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Generation Zweitjob

Generation Praktikum. Sich durch mehrere, teilweise nervenaufreibende und unnütze Praktikumsjobs zu quälen, um endlich einen Einstieg ins Berufsleben zu bekommen, ist für viele vollkommen „normal“. Nach erfolgreichem Studienabschluß oder Ausbildungsende müssen viele sich erst einmal in Form eines Praktikums „beweisen“. Mitunter muss man schon für ein Praktikum ein Praktikum bzw. Erfahrung vorweisen. In was für einer Welt leben wir eigentlich?! Doch diese, uns wohlbekannte Lebenslage, bekommt allmählich Konkurrenz.

Neben der oben beschrieben Genereation kommt aber langsam in unsere Gefilde eine neue: Die Generation Zweitjob. In vielen anderen Ländern Gang und Gäbe. Um sein Leben finanzieren zu können, arbeiten viele in ihrer „Freizeit“ nebenbei. Schon auch weil es dort nicht das Modell Hartz4 gibt. Wessen Netto X nicht mit den Ausgaben Y übereinstimmt, muss das fehlende Z irgendwie ersetzen. Oder sparen. Und jeder, der sich mal in der Arbeitslosigkeit befand und mit 60% des letzten Nettogehalts auskommen muss weiß, wie schwer sparen sein kann…

Freizeit. Freie Zeit. Der Unterschied liegt im Detail. Eine 5-Tage-Woche und Vollzeit bei 35 Stunden pro Woche können vielleicht Arbeitnehmer im Staatsdienst für sich beanspruchen, der Großteil geht mit weit mehr nach Hause. Leider aber nicht unbedingt mit mehr Cash… Und hier kommt die Option des Zweitjobs ins Spiel. Bei Gehältern, die eher weniger als mehr werden, bleibt vielen nur noch die Wahl zwischen einem Nebenjob oder Hilfe vom Staat. Pest oder Cholera. Um sich doch auch mal etwas außer der Reihe leisten zu können, muss Kohle her. Also opfert man seine Freizeit. Freie Zeit. Zeit, die eigentlich der Entspannung, der Familie, den Freunden, dem Hobby dienen sollte.

Bleibt die offene Frage, wie sich das weiterhin entwickeln wird….