Langsam

Es wird besser.
Langsam.
Ich bin nicht mehr voller Hass und Wut. Ich bin immer noch nicht fröhlich, freue mich auch nicht für Euch. Das tut mir leid.
Aber es wird besser.
Langsam.

Es hört auf weh zu tun.
Langsam.
Der Schmerz ist immer noch täglich zu spüren, das Stechen im Herzen, wenn ich eine Erinnerung habe oder deinen Namen lese. Die Wunde ist nicht frisch, aber noch offen und infektiös.
Aber es hört auf weh zu tun.
Langsam.

Ich möchte mein Leben verändern.
Langsam.
Ob ich jemals wieder so lieben kann? Vermutlich nicht. Mit dieser Zeit brach mein Vertrauen in zu kleine Teile, die ich noch nicht alle wiedergefunden habe. Und dennoch möchte ich es anders haben als es ist. Weil es so nicht geht, auch wenn es bequemer wäre und es vertraut ist.
Aber ich möchte mein Leben verändern.
Langsam.

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Ein Platz für Schmerz

Wohin mit Schmerzen, die du gar nicht richtig beschreiben kannst? Depressionen und deren Auswirkungen, die dich jeden Tag (mal mehr, mal weniger) gefangen nehmen. Freunde, Partner und Familie sind oftmals hilflos und können diese Schmerzen nicht verstehen. Sie sind nicht greifbar, nicht mit einem Wort beschreibbar. Auch Therapie hilft dir nur bedingt. Für den Moment. Einen kurzen Teil deines Lebens.
Wohin also mit den Schmerzen?
Du kannst singen, malen, Sport treiben bis zur völligen Erschöpfung. Oder du schreibst. Schreiben als Medium, um die Schmerzen begreifbar zu machen. Auch öffentlich, für andere zugänglich. Warum? Warum musst du das anderen, fremden Menschen mitteilen?
Vielleicht um etwas Verständnis zu bekommen, Kontakt zu Menschen, die ähnliche Schmerzen haben. Etwas Mitgefühl, das dein Umfeld dir nicht geben kann. Und manchmal ist es schlichtweg auch der einzige Weg ehrlich zu sein. Ehrlich sagen zu können, dass man nicht mehr aufstehen kann. Dass du für die Menschen, deine Freunde, Partner und Familie einfach zu schwer geworden bist.
Das Internet ist wie eine große Selbsthilfegruppe. Jeder schreibt irgendwelche Dinge, um gehört zu werden. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die verstehen einige und andere eben nicht. So geht es jedem.
In der anonymisierten Realität des www fällt es dir leichter. Deine Maske abzulegen. Den Schmerz zu haben.