Verlust

Du bist diese Woche gestorben. Ich kannte dich im Grunde nicht. Du hast mich auf die Welt gebracht, aber Du warst nicht Teil meines Lebens. Und dennoch habe ich es gespürt als es passierte. Ich weiß nicht, was ich empfinden soll. Ich bin nicht traurig. Ich bin leer. Ich bin Gedanken bei deiner ‚richtigen‘ Familie, mit denen Du zusammen warst, die Du aufgezogen hast, die Du kanntest. Ich habe viele Jahre Hass empfunden, weil Du nicht da warst. Bis mir klar wurde, dass auch Du nicht vom Glück gesegnet warst. Aber ich konnte mich damit nicht belasten. Wollte mich nicht an jemanden wenden, zu dem ich keinen Bezug hatte.
Ich kann nichts mehr sagen, ich wüsste auch nicht was. Ich fühle nichts, bin leer.

Du bist nicht mehr da, hast ein neues Leben begonnen, in dem ich keinen Platz mehr habe. Du bist meine Liebe, die ich verschreckte, die ich zu spät zugelassen habe. Das trifft mich. Du lebst, aber Du bist nicht mehr bei mir. Und ich kann mich nicht damit abfinden, nur eine Randerscheinung, eine ehemalige Frau in deinem Leben gewesen zu sein. Ich ertrage die Neue nicht, die kommenden und die anderen Bekannten. Es tut mir weh.

Unterschiedliche Verluste in einer Woche, von so unterschiedlicher Härte.
Verlust.

Werbeanzeigen

Übelkeit

Der Schmerz sitzt so tief im Herzen, dass keine Klinge ihn lindern kann.
Der Verlust wiegt so schwer, dass deine Lunge platzt.
Der Ekel schmerzt so sehr im Magen, dass jeder Schwall es schlimmer macht.